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Marita
Meine Schwester Marita



Ich habe Dich in diesem Leben verloren,
ich vermisse Dich so sehr,
Dein Lachen, Deine gutmütige Art,
Deine Hilfsbereitschaft und Deine Natürlichkeit,
aber ich weiß sicher, wir werden
uns irgendwann und irgendwo wieder sehen...
...in einem schöneren Leben.



Warum
Warum?... ...ein sehr kurzes Wort mit doch solch großer Wirkung.

Jeder, der einmal einen geliebten Menschen verloren hat, auf welche Weise auch immer,wird sich wiederholt fragen - Warum?
Und man wird selten eine Antwort darauf erhalten.
Ich stelle mir immer wieder dieselben Fragen wie Warum musste meine Schwester sterben?
Warum so lange leiden?
Warum konnte ich nicht verschiedene Dinge vorher bereinigen?
Das Leben geht einfach so weiter, als wäre nichts passiert.

Es ist der Lauf der Dinge das alles einmal zu Ende gehen muss, aber Warum so oft, auf solch grausame Art?

Selbst heute, nach so langer Zeit sind die Wunden immer noch nicht verheilt. Menschen, die meine Schwester gekannt haben denken heute nicht mehr oft an sie. Für mich lebt sie weiter, in meinem Herzen, in meinen Gedanken...

Die Erkrankung
Als mir meine Mutter mitteilte, das meine Schwester an Darmkrebs erkrankt ist, war ich zwar sehr schockiert, aber mir war zu diesem Zeitpunkt absolut nicht klar, was das heißen sollte.

Krebs.

Man denkt nicht großartig drüber nach, wenn man es noch nie erlebt hat. Was für eine hinterhältige, grausame Krankheit es ist.
Ich konnte, oder wollte es nicht akzeptieren. Es vergingen sieben harte Monate, in der mich zu allem Unglück auch meine Partnerin deswegen verließ. Sie meinte, es beträfe sie ja eigentlich nur am Rande... Es war schlimm, aber letztendlich hat mich diese Situation stärker werden lassen.

Der Todestag
Kurz nachdem meine Schwester gestorben war, zeigte sich ein Lächeln auf ihren Lippen, das mit der Zeit immer intensiver wurde. In den Wochen danach habe ich von verschiedenen Seiten gehört, das dies nicht die Ausnahme ist.
Vielleicht war es auch nur die Tatsache das dieser Überlebenskampf ein Ende hatte, das die ungeheuren Schmerzen, die man sich nicht vorzustellen vermag, in ihrer Wirkung endlich nachließen.
Es ist schon ein seltsames Gefühl wenn im Zimmer ein geliebter Mensch liegt und man weiß, das er tot ist. Obwohl - man registriert es nur. Begreifen kann und möchte man es nicht. Es vergingen mehrere endlose Stunden bis dann die Leute vom Beerdigungsinstitut kamen.
Ich war nicht im Zimmer, konnte jedoch durch die offene Türe sehen, das meine Schwester auf die Bahre gelegt wurde. Das war der letzte optische Eindruck den ich von meiner Schwester hatte. Ich hatte auch nicht mehr die Kraft zu schauen, als ich die Türe aufhielt und meine Schwester an mir vorbei getragen wurde.
Ich habe heute noch Tränen in den Augen wenn ich daran denke. Es tut so weh...

Abends dann, bin ich mit meiner Mutter noch etwas spazieren gegangen. Für eine Mutter muss es überhaupt das Schlimmste sein was es gibt, ihr Kind zu verlieren. Es war eine sternenklare, kalte Nacht und um ihr die Hoffnung an das Leben zurück zugeben und sie etwas von ihrem Schmerz abzulenken, zeigte ich auf einen Stern, der besonders hell schien.
Ich sagte zu ihr, das dies der Stern meiner Schwester sei und sie uns jetzt zusehen würde. Und das es bestimmt nicht ihr Wunsch wäre, das wir so traurig sind. Das war ein Trost mit dem wir einigermaßen leben konnten.
Ich denke heute auch noch so. Das meine Schwester an einem Ort ist, wo es nichts Negatives gibt, keine Krankheiten, keine Schmerzen. Von Zeit zu Zeit überkommt mich aber trotzdem noch eine ohnmächtige Verzweiflung und Hilflosigkeit...

Die Beerdigung
Es war ein bitterkalter Novembermorgen, Kranz den ich allerdings nicht als solchen registriert habe. Ich habe seltsamerweise, immer noch die Erinnerung von dem Tag als wir an der Grabstätte ankamen, das überall Bäume standen und alles grün war. Aber ich nehme mal an, das mir da die Trauer einen Streich gespielt hat. Ich kann auch nichts über die Beerdigung selbst sagen oder wie lange dies alles gedauert hat.

Nachdem meine Mutter eine Rose in das Grab geworfen hatte und an mir vorbei ging, schritt ich wie in Trance auf die offene Grabstelle zu. Es waren Sekunden, die mir wie endlose Minuten erschienen, bis auch ich meine Blume in das Grab Sarg hineinwarf.
Ich ging ohne einen Blick zurück zu werfen. Es war mir aber in diesem Moment bewußt, das mein Leben nicht mehr das gleiche war wie bisher...

Nachtrag (2003)
Genauso, wie ich mich mit dieser Situation nach aussen gebe, genauso scheine ich mich selbst zu belügen. Das alles in Ordnung ist, das ich damit klar komme. Obwohl ich selbst weiß, das dem nicht so ist und ich mir sicher bin, das es mich irgendwann mit ungeheurer Wucht einholen wird. Aber wie soll man jemals mit so etwas klarkommen?...

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